Galerie in Emsdetten aufgegeben

Gestern habe ich mich aus der Galerie in Emsdetten verabschiedet. Der einjährige Test war für mich nicht erfolgreich.

Es ist mir schon schwer gefallen, meine Beteiligung an der Gallerie in Emsdetten aufzugeben. Die Ressonanz und letztlich die Verkaufserfolge im zurückliegenden Testjahr entsprachen aber nicht meinen Erwartungen. Das mag viele Gründe haben, über die man spekulieren kann (Standort, Qualität der Objekte, unrealistische Erwartungen,...). Jedenfalls hat es keinen Sinn, an etwas festzuhalten, was erkennbar nicht funktioniert. Zu dieser Einsicht bin irgendwie schon im vergangenen November gekommen, als ich einen ganzen Samstagnachmittag völlig vereinsamt in der Galerie saß und vergeblich auf Besucher wartete. 

Ich werde mich jetzt auf meine Internetgalerie konzentrieren, in der ich meine Arbeiten - wenn auch nicht im Original - wenigstens aber mit guten Bildern zeigen kann.

Keine Sorge, die Galerie in Emsdetten bleibt erhalten. Ines Klich wird sie und die dortighe Malschule weiter betreiben. Ich hoffe sehr, dass sie meinen Ausstieg bald kompensieren kann.

6 Kommentare

  • Bernd Kommentar vom 26. Februar 2018

    Lieber Karlheinz,

    das ist eine gute und, wie ich meine, richtige Entscheidung. Ich mache in der Galerie, an der ich beteiligt bin, derzeit identische Erfahrungen. Ich bin sicher, es liegt nicht an der Qualität unserer Werke, sondern vielmehr am Standort der Galerie und dem Umfeld, zu dem auch die dortigen Bewohner und deren Verständnis und Beziehung zur Kunst ... und zum Geld ... gehören. Da wird klar, Emsdetten bzw. Bad Oldesloe sind insoweit tiefste ignorante Provinz. Der gemeine Emsdettener und Bad Oldesloer scheint der Kunst sehr distanziert und desinteressiert gegenüber zu stehen. Hamburg, Düsseldorf, Berlin, das sind die Orte...

    Kopf hoch und die Säge gewetzt!

    Liebe Grüße, Bernd

  • Handundfuß Kommentar vom 27. Februar 2018

    Lieber "Meister Holzwurm" Karlheinz,

    ich denke auch, dass dieser Schritt zwar schmerzlich, aber richtig und sinnvoll war. Ich fand ja schon im Mai 2017, dass deine Skulpturen nicht genügend zur Geltung kommen und befürchtete wenig Verkaufserfolg. Standort, Umfeld, Ortsansässige --- all diese Gegebenheiten mögen wenig günstig für dich gewesen sein. Als "tiefste ignorante Provinz" würde ich die Gegend dennoch nicht bezeichnen. Das klingt reichlich überheblich und fast schon arrogant. Ich möchte mal behaupten, dass Kunstinteressierte und Kunstverstehende halt nicht unbedingt diejenigen sind, die gleichzeitig die dicke Brieftasche und das 100qm-Wohnzimmer haben, um größere Skulpturen kaufen und würdig platzieren zu können. Kunstinteressierte mit etwas Kunstverstand - dazu wage ich mich selbst auch zu zählen - sind dagegen häufig auch selbst produktiv und suchen händeringend Platz für ihre eigenen Werke, seien es Skulpturen oder auch Gemälde, Aquarelle oder Zeichnungen. Ich weiß durchaus, wovon ich da rede...

    Ich glaube nicht, dass es außer Hamburg, Düsseldorf und Berlin wirklich nichts sonst gibt. Letzte Woche besuchte ich die ART KARLSRUHE --- eine riesige Ansammlung von sehenswerter Kunst aller Art, ausgestellt von bundesweit aktiven Galerien. (Wenn es dich interessiert, kann ich dir meine Fotos schicken.) Ich war am ERSTEN Tag (von vieren) dort, und konnte feststellen, dass sich an zahllosen Gemälden und plastischen Werken bereits mittags die roten Punkte nur so drängten. Sicher bin ich mir, dass es derartige Events auch nördlich der Mainlinie gibt.

    Also halte Augen und Ohren nach Ausstellungsmöglichkeiten mit Publikumsinteresse offen, und nutze ansonsten die Internetgalerie und deine zahlreichen Kontakte bis in die Schweiz. Und resigniere vor allem nicht --- das macht so tiefe Falten!!!

    Ich drücke dir von Herzen meine noch immer unversehrten Daumen

    und wünsche dir und Gaby eine erfolgreiche Saison 2018!

    Seid innigst umarmt von

    Gabi Handundfuß

  • Karlheinz Dr. Köpfer Kommentar vom 28. Februar 2018

    Ihr habt schon recht. Es muss nicht immer Ignoranz oder Desinteresse sein. Wie Gaby sagt, sind es oft auch Geld und Platz. Aber gut, dann hätte der Eine oder die Andere ja trotzdem wenigsten wenigstens mal reinschauen und laut und vernehmlich "oh schön" rufen können. Dann hätte ich das Experiment vielleicht noch ein Jahr verlängert.

  • Machmanix-Klaus Kommentar vom 28. Februar 2018

    Lieber Karlheinz,

    die Lage des Ladens lässt mich vermuten, dass es an manchen Tagen bei dem "Einen" bleibt und der "Andere" gar nicht erst vorübergeht(?).

    Ob nun Kunstbanausentum, beengte Wohn- oder unzureichende pekuniäre Verhältnisse die Ursache sind (oder ein unglückliches Zusammentreffen mehrerer Ursachen) - Fakt bleibt, dass Dir als Künstler der Applaus fehlt, der Zuspruch. Und da denke ich, dass eine kleine, feine, publikumswirksame Ausstellung (Fröndenberg!) zumindest unter dem Aspekt zieldienlicher ist.

    Bei ART von AHAUS bis ZWICKAU drängt sich mir der Eindruck auf, dass ein mehr betuchtes denn kunstsinniges Publikum überwiegend Namen kauft, das, was gerade als "angesagt" von interessierter Seite lanciert wird. Weniger Köpfers, Vollraths oder Freunds...

    Also, wie Gabi schreibt, Internetgalerie nutzen (ich erinnere an meine Mail) UND VOR ALLEM Bernds Appell beherzigen: "Säge hoch und Kopf abwetzen" - oder so.

    Herzliche Grüße,

    Klaus

  • Dietmar Kommentar vom 12. März 2018

    Was kann der Holzwurm vom Angler lernen?

    Ohne Anfüttern kein Biss...

    Nur Hinstellen und warten geht halt nicht. Was möglich ist in angeblich so konsumfeindlicher Umgebung hat man am letzten Wochenende in Emsdetten erlebt. Was doch so alles mit vereinten Kräften und positiver Energie gelingt...

  • Karlheinz Köpfer Kommentar vom 15. März 2018

    Ja Dietmar, da könnte schon was dran ein. Der Zuspruch am vergangenen Freitag war jedenfalls beeindruckend. Wenn das jetzt in Nachhaltigkeit überschwappt - wäre gut für Ines. Bei mir kommt halt manchmal noch der alte Betriebswirt durch und der ist, wie soll ich sagen - eher ein Kleingeist.

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